Was sind Backlinks im SEO?

von Raffael Karlovich - 3. Juli, 2024

Backlinks einfach erklärt

Wenn eine Webseite einen Link zu deiner Seite setzt, erhältst du einen Backlink.

Backlinks sind einer der wichtigsten Ranking-Faktoren fürs SEO.

Ein Szenario:

Angenommen wir gründen ein “hippes” Start-up für Dating in Heissluftballonen mit dem dem Slogan “Jetzt fliegen beim Verlieben”.

Startup Loveballoon-Landing-Page

Nach nur kurzer Zeit hat der Verein für Heissluftballon-Fans aus Rüschlikon Wind (Der Pun ist tatsächlich intended) davon gekriegt.

Der Präsident des Vereins lässt es sich nicht nehmen, höchstpersönlich einen Artikel auf der Vereinswebsite darüber zu veröffentlichen.

In dem Artikel wird unsere Website verlinkt für Interessenten an einem solchen Date in hohen Lüften.

Et voilà, ein Backlink für unsere Website durch den Link im Artikel der Heissluftballon Fans.

Warum sind Backlinks wichtig für SEO?

Wie bereits erwähnt gehören Backlinks zu den wichtigsten Ranking-Faktoren überhaupt.

Google selbst hat die Bedeutung von Backlinks immer wieder betont.

Und auch wenn Google den Algorithmus kontinuierlich weiterentwickelt hat, sind Backlinks nach wie vor ein zentraler Eckpfeiler des Rankings. 

Die Wichtigkeit von Backlinks hat Google-Mitarbeiter Andrey Lipattsev unmissverständlich klargestellt:

«Ich kann sagen, dass es sich bei den wichtigsten Ranking-Signale um Inhalte, Links und RankBrain handelt. In keiner bestimmten Reihenfolge.»

Das Konzept von Backlinks: 

Je mehr hochwertige Webseiten auf eine bestimmte Seite verlinken, desto wertvoller und vertrauenswürdiger scheint diese Seite zu sein. 

Backlinks werden quasi als “Stimmen” für die Qualität einer Seite gewertet.

Ein Backlink ist eine Empfehlung, ja ein Vertrauensvotum.

Und je mehr Stimmen, desto besser.

Definition und Bedeutung von Backlinks

«Ein Rückverweis oder Backlink bezeichnet einen Link, der von einer anderen Webseite ausgehend zu einer bestimmten Webseite führt. »

Quelle: Wikipedia

Um die Funktion von Backlinks als SEO relevanten Ranking-Faktor besser zu verstehen, lohnt sich ein Rückblick an die Anfänge von Google.

Eine historische Anekdote verdeutlicht, welche Probleme entstehen können bei der Etablierung von Backlinks.

Der Kobra-Effekt: Von Ratten in Hanoi, Farmen, bis zu Backlinks im Offpage-SEO

Um 1900 litt Hanoi in Vietnam unter einem Rattenproblem. 

Die Nagetiere vermehrten sich unkontrolliert, frassen die Ernte der Bauern und verbreiteten Krankheiten. 

Was tun?

Die Behörden hatten die rettende Ideen: 

Man setzte ein Kopfgeld auf jede tote Ratte aus. Für jeden abgegebenen Rattenschwanz sollte es eine Belohnung geben. 

Allzu lange ging das Experiment nicht gut. 

Einige findige Zeitgenossen begannen, Ratten zu züchten, um mehr Schwänze abliefern zu können. 

Sie setzten die Tiere in bestimmten Gebieten aus, jagten sie und kassierten die Prämie. 

Zwei entgegengesetzte Interessen prallten aufeinander: Der Staat und leidende Bauern wollten weniger Ratten.

Für Rattenzüchter hingegen konnten es nicht genug Ratten geben. Mehr Ratten, heisst mehr Rattenschwänze, heisst mehr Geld.

Eine Art unkontrolliertes Freiluft-Zuchtgebiet wurde geschaffen.

Andere Gegenden, in denen nicht gejagt wurde, sind indessen förmlich überrannt worden von Ratten. 

Wie jedes ambitionierte Unternehmen in einer Marktwirtschaft  fragten sich die Rattenfänger, wie sich das Geschäft wohl weiter skalieren lassen könnte.

Also wurde intensiv gebrainstormt.

Und das zahlte sich aus.

Die Businesstätigkeit wurde mit folgendem Gedankengang optimiert: An sich müsste man die Ratten gar nicht töten, um den Rattenschwanz zu erhalten.

Fortpflanzung funktioniert nämlich auch ohne Rattenschwanz, einen Einfluss auf die Rattenschwänze der Nachkommen hat das nicht. (Ich gebe zu, beim zweiten Mal lesen, habe ich die Problematik der Formulierung auch erkannt).

Win-Win für Rattenjäger und Ratten. Mehr Profit, weniger Totschlag. 

Das Ergebnis der eigentlichen Bekämpfung der Rattenproblematik: Anstatt die Rattenplage einzudämmen, hatte man sie versehentlich noch verschlimmert.

Gut gemeinte Anreize erzielen nicht immer die gewünschte Wirkung – sie können sogar einen gegenteiligen Effekt auslösen.

Das nennt man den Kobra- Effekt oder Verschlimmbesserung.

Aber was hat diese Geschichte nun mit Backlinks und Suchmaschinenoptimierung zu tun? 

Parallelen zu der Entwicklung von Backlinks

Im Jahre 1998 führte Google den PageRank-Algorithmus ein.

Backlinks waren der wichtigste, dominierende Ranking-Faktor.

Die Grundidee war ähnlich wie beim Rattenschwanz-Kopfgeld: 

Ordnung schaffen, damit das System besser funktioniert.

Wer gute, verlinkenswerte Inhalte erstellt, soll mit besseren Positionen belohnt werden. 

Die Zahl und Qualität der eingehenden Links galt als Indikator für die Relevanz einer Seite und sollte so die Suchergebnisse organisch sinnvoll regulieren.

Doch auch hier gab es unbeabsichtigte Folgen: 

Viele Seitenbetreiber fingen an, Backlinks zu “züchten”, um ihre Rankings zu pushen. 

Es wurden massenweise Links mit Hilfe von Linkfarmen und anderen manipulativen Strategien generiert.

Die Auswirkungen waren ähnlich wie bei der Rattenplage: 

Seiten mit schlechten Inhalten rankten plötzlich sehr gut, nur weil sie sich tonnenweise Links erschlichen hatten. 

Links, die auf natürliche Weise nie entstanden wären.

Die wirklich guten, hilfreichen Inhalte gingen in den Suchergebnissen unter durch die künstliche Erzeugung von thematisch sinnlosen Backlinks.

Google musste also reagieren und seine Algorithmen anpassen, um Link Spam zu bekämpfen und die Gewichtung von Links zu verfeinern.

Die Lehre aus beiden Geschichten ist letztlich dieselbe: Kurzfristige Anreize und ausbeuterische Taktiken sind keine nachhaltige Lösung – weder bei der Schädlingsbekämpfung noch beim Linkaufbau. 

Sie mögen eine Zeit lang Wirkung zeigen, doch auf lange Sicht richten sie oft mehr Schaden als Nutzen an. 

Stattdessen sind ganzheitliche, langfristig orientierte Strategien gefragt.

Setze auf einen sauberen Backlinkaufbau für dein Link-Profil.

Alles andere führt nur zu einer unkontrollierten Vermehrung von Rattenschwänzen im Netz.

So findest du deine Backlinks und die deiner Konkurrenz

Doch woher weiss man eigentlich, wie viele Backlinks auf die eigene Seite verweisen?

Und von wo genau kommen diese Dinger?

Und wie kann man die Backlinks der Konkurrenz analysieren?

Fragen über Fragen.

Mit einer einfachen Antwort:

Backlink Checker Tools

Die besten Backlink-Checker Tools

Nun da wir wissen, dass Backlink-Checker Tools existieren, stellt sich bereits ein neues Problem:

Welches Tool eignet sich für mich am besten?

Auch hier kann ich mit einer guten Antwort dienen.

Für die Backlinks der eigene Website ist Google Search Console die beste Wahl.

Warum?

Google Search Console - Kostenlos und perfekt für die eigene Website

-Google Search Console hat die zuverlässigsten Daten deiner Website. Daher bieten die meisten SEO-Tools die Möglichkeit, eine Schnittstelle (API) zur Google Search Console für einen Datenabgleich.

-Google Search Console ist kostenlos.

Detailierte Daten zu Backlinks für jede andere Website lassen sich aber nicht abrufen. 

Konkurrenz-Analyse: Alle Backlinks der Mitbewerber ausspähen

Damit du auch die Backlinks deiner Konkurrent anschauen kannst, brauchts du weitere Tools.

Wenn du strukturiertes Linkbuilding  betreiben möchtest, lohnt es sich, mit Backlink Checker Tools zu arbeiten, die teilweise kostenlose Testphasen und abgespeckte Funktionen bieten, für intensiveren Gebrauch kostenpflichtig sind.

  • Ahrefs: Ahrefs ist eines der beliebtesten SEO-Tools. Die riesige Linkdatenbank ermöglicht detaillierte Backlink-Analysen für die eigene Seite und die der Konkurrenz.
  • Semrush: Auch Semrush bietet mit seinem “Backlink Audit” umfangreiche Möglichkeiten zur Analyse von Backlinks und Vergleichen mit Mitbewerbern.
  • Majestic: Majestic ist auf Linkdaten spezialisiert. Mit dem “Site Explorer” kannst du das Backlink-Profil jeder beliebigen Domain analysieren.

Nutze zu Beginn kostenlose Tools wie die Google Search Console für deine Website. Für eine professionelle Backlink-Analyse führt aber kein Weg an den Premium-Lösungen von Ahrefs, Semrush & Co. vorbei.

Backlinks kaufen?

Kommen wir zu einer heiklen Frage, die im Off-Page SEO bezüglich Backlinks zwangläufig aufkommt:

Kann man Backlinks kaufen und so sein Ranking bei den Suchergebnissen verbessern?

Die kurze Antwort lautet: 

Die Meinungen gehen von Ja bis Nein, und das in jeder erdenklichen Graustufe.

Ok, streichen wir das “kurz” in “kurze Antwort”.

Das Bilden von Links hängt nämlich untrennbar mit der Fragestellung vom Kauf und Verkauf von Backlinks zusammen.

Fakt ist, es gibt tausende Websites, die Backlinks zum Verkauf anbieten.

Die Nachfrage ist hoch.

Ein Grund, warum jemand “Ja” oder “Nein” auf die Frage antwortet, ob man Backlinks kaufen sollte, liegt oft in seinem Tätigkeitsbereich.

Vor allem, wenn sich diese Antwort direkt auf die finanzielle Lage auswirken kann.

Anders gesagt: 

Websites, die Backlinks anbieten und verkaufen, sind fest davon überzeugt, dass Backlinks der wichtigste Ranking-Faktor für die Google-Suche sind.

Was kosten Backlinks?

Es gibt Websites, die Backlinks verkaufen für Beträge von 5000 CHF pro Backlink und mehr. 

Ja, eine 5 mit 3 Nullen.

Und ja, 1 Backlink ohne weitere Nullen. 

Da der Markt nicht transparent ist, findet man Preise in jeder erdenklichen Preisklasse.

Wieso um Himmeswille sollte jemand 5000 CHF für einen einzigen Backlink auf den Tisch legen?

Die folgende Aussage stammt von Rand Fishkin, Gründer von Moz und SEO-Schwergewicht:

“Meiner Erfahrung nach sind 5-10 gute Links, die man sich verdient hat, hundertmal mehr wert als 100 oder sogar 1.000 Links von geringerer Qualität, die einfach zu bekommen sind.”

Qualitativ hochwertige Backlinks haben Gewicht

Was sagt Google zum Kauf und Verkauf von Backlinks?

Und was meint Google dazu?

Google wertet gekaufte Links als klaren Verstoss gegen die Webmaster-Richtlinien.

Im Extremfall kann dies zu einer manuellen Strafe und einem kompletten Ausschluss aus dem Index führen, so Google.

Hört sich schlüssig an.

Aber die Frage dürfte erlaubt sein: Wie soll Google wissen, welcher Link gekauft und welcher Link nicht gekauft ist?

Die Intention, mit der ein Link auf einer Website eingefügt wird, kennt Google nicht.

Wie auch?

Und so lange wir nicht in einer Dystopie à la Minority Report wiederfinden, dürfte das auch so bleiben.

Geschickte Linkverkäufer lassen sich kaum enttarnen, die angebotenen Links ebenso wenig.

Aber:

Google kann Muster und ungewöhnliche Aktivitäten erkennen, die danach manuell vertieft geprüft werden.

Wenn eine Website täglich 1000 Links auf verschiedene Websites verteilt und pausenlos neue Websites erstellt, die ohne externe Interaktionen und Relevanz vor sich hin vegetieren, so wird das wohl einen Grund haben.

Wieso ich keine Backlinks kaufe

Es lässt sich nicht verleugnen, dass der Kauf von branchenspezifischen autoritären Websites Backlinks eine grosse Wirkung im Google Ranking haben kann.

Dieser Markt existiert, weil die Nachfrage konstant gross ist.

Ich rate trotzdem davon ab, weil

-Bei SEO-Leistungen für Kunden sollte man offensichtliche Risiken vermeiden, insbesondere weil Konsequenzen oft erst später sichtbar werden und dann schwer zu beheben sind. Risikobehaftete Taktiken können langfristig Schaden anrichten. Ohne vorherige Absprache wird die Problemlösung zusätzlich erschwert.

-Der Kosten-Nutzen-Effekt von gekauften Backlinks ist schwer abzuschätzen, da die Auswirkungen eines Backlinks praktisch unmöglich zu bestimmen sind. Verkäufer versprechen oft unrealistische Ergebnisse und übernehmen keine Haftung für ineffektive Backlinks. Da Resultate erst nach Monaten sichtbar werden, ist das Geld dann meist schon ausgegeben. Der Verkäufer hat das Geld bereits fest eingeplant und wird daher kaum bereit sein, es zurückzuzahlen.

-Google entwickelt sich ständig weiter. AI hat sich rasant innerhalb der verschiedenen Tools bei Google ausgebreitet. Es ist ein Katz und Maus Spiel. Wenn die Katze in der Form von Google wieder überhand nimmt bei der Erkennung vom Ursprung eines Backlinks, beginnt das Spiel von vorne, möglicherweise zum Leid der Käufer, die plötzlich mit teuren, aber wirkungslosen Backlinks dastehen.